13. Februar 2013

Lucy...

Lucy, meine Katze, hat seit Ende 2005 mein Leben geteilt. Ich habe sie in Berlin aus dem Tierheim geholt, gemeinsam mit Kater "Elvis" -  meist einfach Kater oder Tiger genannt. Tiger hat mich schon im Sommer 2009 verlassen. Er litt an einem angeborenen Herzfehler, und sein Ende war ein sehr traumatisches Erlebnis, ein Zusammenbruch von heute auf morgen, und auch wenn man ja eigentlich immer damit rechnet, rechnen muss, geht es dann doch viel zu schnell.

Tiger vermisse ich noch heute, er war einfach ein ganz besonderer Kater. Jetzt vermisse ich auch Lucy.



Lucy war eigentlich ehrlich gesagt nicht meine Lieblingskatze, und es gab Zeiten, da haben wir uns nicht besonders gut verstanden. Und auch, wenn sie manchmal wirklich sehr anstrengend sein konnte, habe ich sie doch sehr ins Herz geschlossen. Ich habe sie liebevoll "Zwiebel" und in ganz innigen Momenten auch mal "Mäusel" genannt. Als sie mit zunehmendem Alter pummelig wurde, war sie auch öfter mal die "Kugel". Und man konnte sich mit ihr manchmal richtig unterhalten :)

Die Diagnose im November letzten Jahres kam reichlich überraschend: Niereninsuffizienz. Symptome hatte die kleine Katze sehr lange erfolgreich verborgen und verschleiert - wie das Katzen gerne tun. Dabei war Lucy erst ca. 9 Jahre alt (genau weiß man das bei Tierheimtieren ja meist eh nicht). Die Blutwerte waren so schlecht, dass meine Tierärztin mir nicht viele Hoffnungen machte. Die Krankheit ist nicht heilbar, das zerstörte Nierengewebe regeneriert sich nicht. Und nach einer Nacht, in der ich dachte, es geht mit ihr zu Ende, habe ich sie doch noch einmal ein wenig aufpäppeln können, ihr Flüssignahrung und Wasser eingeflößt - Windeln hat sie seitdem recht bereitwillig getragen, ohne ging es nicht mehr.

Lucy mit Windel


Sie hatte noch ein paar gute Wochen. Mal besser, mal schlechter. An manchen Tagen war sie mürrisch und zog sich zurück, dann wieder kam sie kuscheln und spielte ein bißchen, lag an schönen Tagen auf dem Balkon in der Sonne. An manchen Tagen war ich auch mit den Nerven am Ende.

Manchmal habe ich mich gefragt, warum ich mir und ihr das antue, Windeln wechseln, Katze waschen, füttern, und mich des öfteren auch mal anspucken und anfauchen lassen. Aber sie war eben meine Lucy. Sie gab mir das Gefühl, sie sei noch nicht bereit, zu gehen, es gab noch Lebenswillen in meiner inzwischen reichlich abgemagerten Miez. Und solange sie sich offensichtlich noch mindestens zeitweise recht wohl fühlte, konnte ich diese eine Entscheidung nicht treffen.



Gestern war es aber einfach zu Ende. Am Tag zuvor hatte sie aufgehört, zu fressen, zu trinken, wirkte verwirrt. Ein bißchen Wasser und flüssige Nahrung, die ich ihr eingeflößt hatte, spuckte sie kurz darauf wieder aus. So einen Tag hatte sie schonmal, rappelte sich danach wieder auf. Aber am nächsten Tag war es noch schlimmer, und es tat weh, sie jammern zu hören. Es tat weh, sie zu meiner Tierärztin zu bringen, die sich sehr liebevoll um uns beide gekümmert hat. Jetzt darf Lucy schlafen, im Garten meiner Eltern unter einem Haselbusch. Im Frühling werde ich duftende Wildblumen auf ihrem kleinen Grab pflanzen. Machs gut, süße Lucy. Du fehlst mir.

Kommentare:

  1. Oh je, das tut mir sehr sehr leid für dich. Arme süße Lucy. :-(
    Ein Haustierlein gehen lassen müssen ist immer so schwer.
    Wir habens dieses Jahr auch schon hinter uns, ich bin immer noch traurig.
    Am besten hält mans da wohl mit Konfuzius: "Leuchtende Tage - nicht weinen, dass sie vorüber. Lächeln, dass sie gewesen."

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    1. Dankesehr! Es ist seltsam, ohne sie. Der Kater vermisst sie wohl auch. Es bleibt einfach eine Lücke...
      Liebe Grüße!

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  2. ooo nein :( ich habe deinen Blog erst gerade entdeckt... ich bin Hundemamma und könnte mir mein Leben ohne meinen Milo nicht mehr vorstellen....Ich drück dich ganz fest...
    Valeria
    http://bakinglovingliving.blogspot.ch/

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    1. Ein ganz herzliches Danke! Man hängt einfach so sehr an ihnen, nicht wahr? Man teilt so viele Jahre...
      Ganz herzliche Grüße!

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