24. Dezember 2013

Schöne Weihnachten!

In den Wochen und Tagen vor Weihnachten war manchmal alles ein bißchen hektisch. Gestern abend bin ich nach fast 8 Stunden Zugfahrt in teils völlig überfüllten und vor allem überheizten Zügen bei meiner Familie angekommen und hoffe auf ein paar ruhige Tage, bevor es zurück nach Wien geht.
Weiße Weihnachten gibt es hier definitiv nicht, ich hätte aber eigentlich auch gar nichts dagegen, wenn das Wetter eher so wäre, wie im letzten Jahr. Da hatte es draußen um die 15 Grad und die Luft duftete eher nach Frühling als nach Weihnachten... und wir haben uns eigentlich nur deswegen nicht auf die Terrasse gesetzt, weil der Weihnachtsbaum die Tür blockiert hat... :)

Und weil ich heute viel zu früh aufgewacht bin (ich glaube, es liegt leider nicht an kindlicher Vorfreude sondern daran, dass ich die erste Nacht in einem ungewohnten Bett meistens schlecht schlafe), habe ich ein paar putzige, kuriose, schöne und seltsame Vintage-Weihnachts-Eindrücke für euch rausgesucht. Ich wünsche euch allen ganz wunderbare Weihnachtstage!

Weihnachtskarte von 1917. Gefunden hier
Die Weihnachtsbaummode der 20er Jahre war wohl eher rund? Und wenn die Räume zu niedrig für das Ungetüm sind, einfach die Spitze ein bisserl umbiegen... :)


maybe a bit... overdecorated??? :)
Film-Noir-Christmas?










Noch eine alte Weihnachtskarte... wunderschön kitschig...

Und noch etwas, das ich neulich gefunden habe, nicht gerade "vintage", aber ein wichtiger Gedanke:
Nicht für jeden und nicht immer ist Weihnachten nur schön und toll. Gerade bei Familienzusammenkünften ist leider so oft irgendjemand dabei, der einem alles vermiesen kann und will. Lass Dir nichts verderben! Was andere Leute über Dich denken, ist ihr Problem, nicht Deins!

Klara wünscht von Herzen alles Liebe!




21. November 2013

Reden wir über Körper...

Ja, ich weiß, das Thema läßt mich zur Zeit kaum los. Und das Thema ist unerschöpflich. Reden wir über Körper...

Heute morgen bin ich über einen Facebook-Post gestolpert. "Kaum zu glauben, die sah ja mal gut aus!" hieß es da, zusammen mit einem Photo einer jungen Frau. Ich konnte mir nicht viel drunter vorstellen, was und wie das gemeint war, und las die Kommentare. Ergebnis: Es ging um ein Alternative-Model, dass sich wohl kürzlich umfangreichen "schönheits"chirurgischen Massnahmen unterzogen hat: Mehr Brüste, vollere Lippen, neue Nase. Und ein gefundenes Fressen für viele Leute: Ganz schnell war man sich einig: Die junge Frau sieht ja jetzt ziemlich sch*** aus, wer wolle so ein Plastikweibchen, und überhaupt, stritten sich zwei Kerle, fühlen sich falsche Brüste nun anders an oder nicht? Andererseits wolle "mann" ja auch was zu gucken haben. Und so weiter.
Man kann über plastische Chirurgie denken, wie man will. Ich halte persönlich nichts davon, mit wenigen Ausnahmen. Ich halte persönlich aber auch nichts davon, sich permament in negativer Weise und öffentlich über Körper anderer Menschen auszulassen. Denn, so denke ich mir, solange es all diesen negativen "Body Talk" gibt, solange werden sich auch Menschen zweifelhaften Prozeduren bis hin zu OPs hinreißen lassen, um einem vermeintlichen Ideal (besser) zu entsprechen.

Warum hören wir nicht endlich damit auf? Hören wir doch endlich damit auf, über Körper und Aussehen anderer zu urteilen. Und hören wir doch endlich damit auf, über uns selbst zu urteilen. Wir verwenden Unmengen Energie, uns über Speckröllchen, Augenringe Dehnungstreifen, Cellulite und was weiß ich nicht noch alles auszulassen. Der eine ist zu dick, der nächste zu dünn, der dritte zu blond und der vierte hat zu dunkle Haut. Stop!



Fällen wir eine Entscheidung: Schluß mit negativem Reden über Aussehen und Körper. Stop negative body talk (das Englische ist hier einfach kerniger) Schluß damit bei anderen - und bei uns selbst.

Das ist nicht immer einfach, aber ich arbeite daran. Wir sind darauf konditioniert, andere zu bewerten. Aber jedes Mal, wenn mir wieder ein Gedanke kommt, wie: "Die hat aber dünne Beine!" halte ich inne - und höre damit auf. Oder nehme bewußt etwas an dem anderen wahr, das mir gefällt. Wer noch einen Schritt weiter gehen will, spricht andere darauf an, wenn sie negativ reden. Und spricht mit anderen über das Thema.



Was mir manchmal noch schwerer fällt, ist, bei mir selbst damit aufzuhören. Mir ist schon von klein auf beigebracht worden, dass ich meinen Körper hassen soll. Dass er nicht in Ordnung ist, wie er ist. Dass er diesen und jenen Makel hat. Meine Oma hat mich einmal getröstet, indem sie mir gesagt hat, dass sie findet, dass gerade die kleinen Makel jemanden erst interessant machen. Aber warum reden wir überhaupt von Makeln? Wer sagt, was ein Makel ist, und was nicht? Warum sind meine Dehnungsstreifen Makel, wenn ich sie selbst gar nicht schlimm finde? Die Werbung sagt mir aber, dass sie häßlich sind, und dass es eine Creme dafür gibt. Warum ist meine Cellulite ein Makel, wenn sie doch ganz natürlich ist? Weil die Werbung sagt, dass sie häßlich ist, und es eine teure Creme dafür gibt. Warum sind meine Fältchen ein Makel, wenn sie doch einfach ein natürliches Zeichen des Älterwerdens sind? Weil die Werbung mir sagt, dass alte Menschen häßlich sind, und es eine noch teurere Creme dafür gibt. Unendlich viele "Makel" werden uns eingeredet, nur weil jemand Profit machen will. Cellulite war früher mal überhaupt kein Problem und galt als völlig normal. Bis eine Kosmetikfirma auf die Idee kam, Geld mit Anti-Cellulite-Mitteln machen zu wollen. Fortan galt sie als etwas ganz Furchtbares. Regelmäßig werden neue Stellen des Körpers zu "Problemstellen" erklärt, die man mit Mittelchen und notfalls Skalpellen bekämpfen muss. Da gibt es "Cankles" und zu knubbelige Knie, mal ist der Hintern zu dick, dann wieder zu flach, und der, wie ich finde, bedenklichste "Trend" sind "Labioplastiken".

Laut verschiedener Studien finden sich heute bereits 10jährige Kinder zu dick und/oder geben als größte Angst an, zuzunehmen. Unzählige Kinder machen bereits regelmäßig Diäten. Und viele Mädchen wünschen sich heutzutage zum 18. Geburtstag statt einem Auto eine Brustvergrößerung...

Ich wünsche mir, in einer Welt zu leben, in der jede/r so aussehen kann, wie sie/er möchte. In der niemand wegen seines Aussehens benachteiligt, gehänselt und beleidigt wird. In der wieder Vielfalt herrscht statt Stereotype. Ein Schritt dahin ist, mit negativen Worten aufzuhören. Ersetze sie, wenn Du möchtest, durch positive Worte. Nur fang damit an. Jetzt!

Herzlichst,
Klara

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Ein Blog, der mir sehr ans Herz gewachsen ist, unterstützt mich sehr dabei, ein positives Körpergefühl zu entwickeln. "Dances with fat" propagiert den Grundsatz von "Health at every size" (Gesundheit bei jeder Größe). Sehr zu empfehlen!

13. November 2013

Neue Kanzashi - und kleine Tips

Ich habe endlich wieder handbemalte Kanzashi gemacht... etwas, das ich mir schon lange vorgenommen hatte. Ich mag einfach die einzigartigen Farbeffekte, die beim Bemalen der Seide entstehen und den Kanzashi-Blüten noch mehr Charakter verleihen...

Für diese Blüten verwende ich am liebsten naturweiße Pongé-Seide oder Crêpe de Chine, wie sie auch meistens zum Seidenmalen verwendet werden. Auf der Crêpe-Seide fließen die Farben besonders schön...
Ein wenig getüftelt habe ich zu Beginn schon, wie und welche Farben ich am besten benutze, ob und wie ich sie verdünne und mische. Dieses Mal bin ich mit den Ergebnissen besonders zufrieden.

Fingerspitzengefühl brauchts dann nochmal für die Verzierung. Am liebsten habe ich ja kleine Blütenstempel. Um die so einzusetzen, dass sich die Blüte nicht verzieht, besonders, wenn das "Loch" in der Mitte sehr klein ist, setze ich in der Regel jeden einzeln mit einer Pinzette ein.


Die Blütenstempel gibt es in der Regel als kleine Sträußchen zu kaufen. Um sie auf die Blüte zu setzen, schneide ich den Faden jedes Stempelchens ganz knapp ab, dann bleiben kleine bunte "Tröpfchen". Dann wird jeder mit der Pinzette gegriffen, das spitze Ende vorsichtig in ganz wenig Textilkleber gestippt und in die Mitte der Blüte geklebt.



Wichtig ist, die Stempelchen auch gut zu "verteilen", damit es harmonisch und natürlich aussieht. Für mich hat es sich bewährt, erst eines in die Mitte zu setzen, und dann so viele darum herum zu verteilen, dass alle offenen Stoffkanten abgedeckt sind und die Gesamtform schön mittig und ziemlich rund sitzt.

  

Hier sind schon einige fertig. Und wenn man sie dann noch schön photographiert (und nicht mit einem häßlichen Arbeitstisch als Untergrund und bei Kunstlicht :)) kann das so aussehen:


 






Ich finde, sie sind wunderhübsch geworden!

Herzlichst,
Klara

2. November 2013

Karl who? Society what?

Das positive Feedback auf meinen letzten Blogeintrag hat mir auch wieder gezeigt: Vielfalt ist gefragt! Keine stereotypen "Schönheits"bilder, sondern authentische Menschen. Insbesondere als Frau wird man doch tagtäglich mit unerreichbaren Idealen konfrontiert und bombardiert, mit denen ich mich so gar nicht identifizieren kann.

Dass von Medien und insbesondere Werbung und Marketing absolut unerreichbare Standards vorgegeben werden, zeigt aktuell auch anschaulich ein kurzes Video, das ich bei "Upworthy" entdeckt habe - sehenswert!

Und ich habe eine sympathische Facebookseite entdeckt, die sich den letzten Entgleiser von Karl Lagerfeld zum Anlass genommen hat, Vielseitigkeit zu zelebrieren. Motto: "Egal ob dünn, dick, klein, groß. Schluß mit Schubladendenken und her mit Vielfalt!"

Karl who? Society what? - ja, es wird Zeit, dass endlich Schluß ist mit unerreichbaren und im wahrsten Sinne des Wortes unmenschlichen "Beautystandards", nur weil irgendwelche selbsternannten Designer oder eine kränkliche Gesellschaft uns etwas vorgeben.



Um dem ganzen ein Gesicht - oder besser viele Gesichter - zu geben, werden Photos gesammelt. Eingeladen sind alle, die sich Vielfalt wünschen und die sich sagen "Karl who?" Mitmachen ist erwünscht!

Auslöser war dieser Artikel bei Kurvenrausch Hamburg mit einem offenen Brief an jenen Karl. Und, ob man nun an Synchronizität glaubt oder nicht,  ich sehe in den letzten Tagen immer mehr Artikel, Bilder und Videos, die belegen, dass dieser Karl (mal wieder) völlig daneben liegt: Es tut sich viel. Und sehr viele Menschen wollen Vielfalt auf den Laufstegen sehen!
In Paris fand jetzt die erste Plus Size Fashion Week statt, die "Pulp Fashion Week" - Bilder gibt es auch noch hier und hier.



Ich hoffe, es wird zukünftig immer mehr Bilder wie diese geben, ohne Photoshop und mit authentischen Frauen. Viele Kommentare bei den Artikeln zur Pulp Fashion Week beweisen, dass sehr wohl runde Frauen auf den Laufstegen - und anderswo - gesehen werden wollen. Weil man sich mit ihnen identifizieren kann. Weil es gut tut.

Es ist übrigens auch durch Studien und Tests erwiesen, dass wir das schön finden, was wir häufig sehen. Weil uns über Jahre und Jahrzehnte ein einseitiges Schönheitsideal vorgelegt wurde, sind wir gewohnt, Körper mit bestimmten Merkmalen, wie z.B. groß, schlank, lange Haare, helle Haut, als schön zu empfinden - und darüber zu vergessen, wie schön Vielfalt ist.

Ich wünsche mir jedenfalls mehr davon: Dick, dünn, groß, klein, und vor allem in allen Farben. Ich wünsche mir, dass Makel nicht mehr als Makel gesehen werden. Sondern dass das Ideal endlich gilt: Jeder Körper ist gut, jeder ist schön, und jeder kann so sein, wie sie/er will!

Herzlichst,
Klara


 





31. Oktober 2013

Der olle Karl...

Manchmal weiß ich nicht, ob es sich lohnt, sich aufzuregen. Aber DAS beschäftigt mich jetzt doch zu lange, um ruhig zu bleiben.
Karl Lagerfeld hat sich mal wieder abfällig über dicke Frauen geäußert. Bei weitem nicht zum ersten Mal, da ist der gute Karl ein Wiederholungstäter. Neu ist aber, dass ihn jetzt eine Vereinigung deswegen angezeigt hat. Die Präsidentin von "Schön, rund, sexy - und ich stehe dazu", Betty Aubrière wird in sämtlichen Onlinezeitungen zitiert: "Die Beleidigungen von bekannten Persönlichkeiten müssen aufhören." Lagerfeld hatte in einer Sendung im französischen Fernsehen gesagt, niemand wolle runde Frauen auf den Laufstegen sehen. Das stimmt nicht ganz, Herr Lagerfeld. Immer mehr Menschen wollen "Plus Size" sehen, und zwar wirklich "Plus", auch wenn in der Modewelt oft schon Größe 40 als Übergröße gilt, und neulich habe ich sogar eine Größe 38 durch "XL" gekennzeichnet gesehen. (Verrückt!) Aber ich freue mich, dass Models wie Tess Munster, die wirklich "richtig plus" ist, zunehmend sichtbar werden. Ich freue mich, dass Schauspielerinnen wie Jennifer Lawrence offen über den Schlankheitsdruck in Hollywood sprechen und sich ausdrücklich davon distanzieren. Und sogar die New York-Fashion Week zeigt in diesem Jahr ertsmals eine Plus-Kollektion auf dem Laufsteg.

Tess Munster


Betty Aubriere hat Recht: Diskriminierende und diffamierende Äußerungen gegen dicke Menschen müssen endlich aufhören. Besonders fatal ist es, wenn Prominente sich so äußern, denn leider springen zu viele Menschen auf deren Karren.

Lagerfeld hat aber noch etwas viel verwerflicheres gesagt: "Das Loch in den Sozialkassen kommt auch von Krankheiten, die sich zu dicke Leute eingefangen haben."
Und hier hat der Karl eben auch Unrecht. Ich kenne keine Studie, die derartiges beweist. Ich kenne aber mehrere Studien, zumeist übrigens aus den USA, denen eine "Obesity epidemic" nachgesagt wird, die zu dem Schluß gekommen sind, dass das Gewicht eines Menschen nichts über seine Gesundheit aussagt. Maßgeblich sind Verhaltens- und Ernährungsweisen. Leider fühlen sich sehr viele Menschen dazu berufen, von der Körperfülle auf eben jene zu schließen und davon auszugehen: Dicke Menschen essen ständig Fast Food und Schokolade und liegen nur zuhause auf der Couch und haben keine Disziplin. Falsch. Es gibt sehr viele dicke Menschen, die einen sehr gesunden Lebensstil pflegen, sich regelmäßig bewegen und kein Fast Food essen. (Und selbst wenn sie es tun, geht es nur sie selbst etwas an.) Dicke Menschen, die einen gesunden Lebenswandel haben, können ebenso gesund sein, wie dünne. Dicke Menschen mit gesundem Lebenswandel sind gesünder als dünne Menschen, die täglich Chips und Pommes essen und sich kaum bewegen, aber das "Glück" haben, trotzdem schlank zu bleiben. Nur müssen die Dünnen sich nicht rechtfertigen. Wenn ein dicker Mensch es wagt, in der Öffentlichkeit etwas zu essen, erntet er oder sie dumme Blicke, böse Blicke und gemeine Kommentare. Wenn ein dünner Mensch drei Bigmacs isst und einen Liter Cola dazu trinkt, ist das ok.
Außerdem kommen diese Studien zu dem Schluß, dass die steigenden Kosten für die Krankenversorgung NICHTS mit dem Gewicht oder dem BMI zu tun haben. Überhaupt ist der BMI schon seit langem als unzulänglich festgestellt worden, um eine verlässliche Aussage über Körper zu machen. Aber da wir ja scheinbar unbedingt alles in ein Raster einordnen müssen, wird hartnäckig an solchen Systemen und Skalen festgehalten...

Was allerdings wirklich dazu beitragen kann, die Kosten für die Krankenkassen zu erhöhen, ist die Stigmatisierung von Körpern, besonders von dicken. Denn es ist erwiesen, dass dadurch viele dicke Menschen sehr häufig nicht oder viel zu spät zum Arzt gehen - weil medizinisches Personal nachweislich dicke Menschen sehr häufig schlecht, unzulänglich oder falsch behandelt. Manche Ärzte geben sogar zu, dicke Menschen abstossend zu finden und sie daher nicht richtig zu untersuchen. Gebrochenes Bein? Nehmen Sie ab! Husten? Nehmen Sie ab! Depressionen? Nehmen Sie ab! Krebs? Nehmen Sie ab!
Wer mir nicht glaubt, muss nur ein wenig googlen und wird viele Berichte finden, in denen Menschen etwa vom Besuch bei einem bestimmten Arzt abraten, weil der keine Dicken mag...



Und kotzen könnte ich bei den Kommentaren zu Artikeln wie jenen über Lagerfeld. Da wird wieder mal rundum ausgeholt. Besonders beliebt sind immer die "jeder-weiß-doch-dass"-Kommentare. "Jeder weiß doch, dass Dicke häßlich sind und keiner die sehen will." "Jeder weiß doch, dass Dicke Schuld am Untergang des Sozialstaats sind." "Jeder weiß doch, dass Dicke für Erderwärmung, Artensterben, Abtreibung und Fukushima verantwortlich sind." Ja, genau. Und nur weil manche "Journalisten" solche "Wahrheiten", die keine sind, unreflektiert wieder geben, wirds eben auch nicht wahr...

Vor ein paar hundert Jahren hat übrigens auch jeder gewußt, dass sich die Sonne um die Erde dreht. Es hat jeder gewußt, dass man in die Hölle kommt, wenn man nicht brav ist. Es hat jeder gewußt, dass das Herz der Sitz der Vernunft ist. Es hat jeder gewußt, dass es Meerjungfrauen gibt. Und es hat mal jeder gewußt, dass die Erde eine Scheibe ist.



Mir jedenfalls stinkts. Mir stinkts, dass Menschen permanent nach ihrem Äußeren beurteilt werden. Die Dünnen diskriminieren die Dicken und die wiederum lästern über die Dünnen. Lasst es doch bitte einfach sein. Meine Figur ist meine Sache. Selbst wenn ich beschließen sollte, mich nur noch von Eiscreme und Pommes zu ernähren und mein Leben vor dem Fernseher zu verbringen, geht das niemanden etwas an. Aber ich habe schon lange den Eindruck, dass die Diskriminierung von Dicken die letzte Bastion für viele ist, nachdem man schwerlich offen und folgenlos rassistisch oder antisemitisch sein kann (was aber immer noch zu oft passiert). Auf Dicken kann man nach Herzenslust rumhacken, und wehe, sie stellen sich dann nicht in die Ecke und schämen sich!

Der große Haken ist nur: Was passiert, wenn man jemandem beibringt, oft von klein auf, seinen Körper zu hassen? Für die Wirtschaft ist das freilich prima, insbesondere für die Diätindustrie, aber was passiert mit den Menschen? Nur, wer seinen Körper auch liebt, wird ihm Gutes tun, ihn regelmäßig bewegen, weil er das gerne mag, und ihn ausgewogen ernähren.

Es gibt aber viele, die etwas dagegen haben, dass sich Menschen plötzlich in ihren Körpern wohlfühlen. Die Diätindustrie gehört mit Sicherheit dazu. Welches Interesse sollten Sie auch daran haben, dass die Menschen mit ihren Pülverchen und Pillen und Programmen tatsächlich dauerhaft abnehmen? Richtig viel Geld verdient wird ja nur, wenn das ganze Zeug nicht funktioniert...

Und leider ist es so: Es gibt keine Methode, die bewiesenermaßen zu einem dauerhaften und gesunden Gewichtsverlust führt. Jojo-Diäten oder gar zweifelhafte Methoden bis hin zu riskanten OPs sind mit Sicherheit sehr viel schädlicher, als mehr Pfunde. Es wär nur einfach schön, wenn es endlich mal aufhören würde, dass Menschen meinen, sie müssten andere beleidigen, diskrimieren und stigmatisieren. Übrigens führt die Diskriminierung von dicken Menschen dazu, dass diese noch mehr zunehmen - auch wenn oft behauptet wird, das Stigma sei ein Anreiz, endlich abzunehmen: Das stimmt nicht. Putting others down will never lift you up! Im Gegenteil: Wer andere Menschen abwertet und beleidigt, zeigt damit sein eigenes häßliches Inneres. Wer mit sich selbst zufrieden und im Reinen ist, fühlt keine Veranlassung, andere zu erniedrigen...


 

Besonders gehen mir seit langem die sogenannten "health trolls" auf die Nerven, die ihren Hass auf Dicke schlecht in ihrer angeblichen Besorgnis um die Gesundheit ihnen fremder Menschen zu verbergen suchen. Ich finde es auch immer wieder bemerkenswert, wie viele Menschen nur anhand eines Photos genau über Ernährung, Bewegung und Gesundheit eines anderen Bescheid wissen...

Was ich mich allerdings schon immer gefragt habe: Wie kann der Karl, der ja Dicke so hasst, ausgerechnet Beth Ditto zu seiner "Muse" machen??? Weil er ein bißchen Glanz von anderen haben will, weil er selbst keinen hat? Aber immerhin scheint sie sich mittlerweile von ihm abgewandt zu haben...

Beth Ditto


So, dass musste ich mir mal von der Seele schreiben. Jeder Körper ist ein guter Körper. Und wenn Dir meiner nicht gefällt, schau eben woanders hin.

Wer sich ausführlicher mit dem Thema beschäftigen will, dem sei der Blog von Ragen Chastain ans Herz gelegt. Sie ist eine "Fat-Aktivistin", Tänzerin und Verfechterin von "Health at every size". In ihrem Blog "Dances with fat" gibt es auch jede Menge gut recherchierter Artikel zu eben jenen Themen - auch dazu, dass Gewicht und BMI nichts mit Gesundheit zu tun haben müssen... (englisch)

Herzlichst,
Klara

29. Oktober 2013

Kanzashi opulent!

Die große Haarnadel mit Kanzashi habe ich schon vor einer Weile gemacht, aber bisher noch (fast) niemandem gezeigt... Für die Haarnadel habe ich mal etwas anderes ausprobiert und mich mehr an den "echten" japanischen Kanzashi orientiert, wie sie von Geishas und Maiko getragen werden. Mehrere Blüten in verschiedenen Größen sind auf kleinen runden Basen befestigt, von denen jede auf einem dünnen Draht steckt. So lassen sich die Blüten sehr plastisch und in einem runden Gesteck anordnen.

Meine Schwester hat sich als Modell zur Verfügung gestellt, damit ich sie auch mal "in Aktion" zeigen kann. Danke, meine Liebe!


 

 





17. Oktober 2013

Oktobersonne

Beim digitalen Aufräumen habe ich noch einen Ordner Photos gefunden, die ich im letzten Herbst gemacht hatte... die Landschaft war wirklich schön, aber die Kleinstadt war doch irgendwann zu beengend für mich. Auch wenn es schade ist, dass mir in Wien wohl kaum mal eine Schafherde begegnen wird... hier ein paar Herbstimpressionen, mit reifen Beeren und den letzten Wiesenblüten des Jahres. Und eben einer Schafherde.