14. August 2012

Every little step...

Ach, irgendwie mag ich Tanzfilme. Schon seit ich klein bin. Und ich habe immer viel getanzt, am liebsten, wenn ich allein war, unbeobachtet. Auch "A Chorus Line" habe ich zuerst als Kind gesehen, da war ich vielleicht 10 Jahre alt.



Die Geschichte der vielen Tänzer, die für eine Rolle vortanzen, die gnadenlos aussortiert werden, ging mir irgendwie sehr nahe. Ich fand es unfair, dass die arrogante Sheila bleiben durfte, während andere abgewiesen wurden. Und als sie am Ende doch noch gehen muss, da war ich ein bißchen schadenfroh.
Als Maggie "aussortiert" wurde, war ich dafür traurig, denn sie mochte ich irgendwie. Immerhin bekam "Bebe" den Job...





Trotzdem: Als Kind empfand ich es unglaublich hart und gemein, als einer nach dem anderen abgelehnt wurde. Ich bewunderte die Tänzer, sie waren doch alle so gut! Und dann die letzte Auswahl! Verdammt, ich fand es so gemein, die Tänzer vortreten zu lassen, genau zu wissen, dass sie denken, sie haben die Rolle - und dann einfach zu sagen: "Vordere Reihe danke, ihr könnt gehen!"


 
Eines ist mir aber ganz besonders aufgefallen, als ich den Film vor wenigen Tagen noch einmal gesehen habe.

In der Schlußszene tanzen zuerst die 8 "Auserwählten". Dann sind plötzlich die anderen aus der letzten Runde wieder da! Und ich dachte damals ganz naiv und unschuldig: Hurra, sie dürfen doch mittanzen, sie sind doch nicht ausgeschieden! Dann kamen immer mehr und mehr und ich stellte mir vor, sie alle bekommen jetzt doch einen Job, Zach ist gar nicht so gemein, wie er mir vorkam und alles kommt zu einem guten Ende...



Und jetzt? Jetzt weiß ich natürlich, dass dem nicht so ist. Ausgeschieden ist ausgeschieden ist ohne Job, ganz egal, was das für denjenigen Tänzer bedeuten mag. Acht stehen auf der Bühne - hunderte stehen auf der Strasse. Aber mich hat das nichtmal mehr traurig gemacht, nur unbeteiligt. Denn, so habe ich irgendwann auf dem Weg vom Kindsein zum Erwachsenwerden gelernt: So ist es nunmal auf der Welt. Es gibt kein Happy End für jeden von uns und das Leben ist ein endloser Wettbewerb. Wenn Du nicht gut genug bist, fliegst Du eben raus. Du musst mit Druck leben, mit Neid, und mit Gemeinheiten.

Nicht mehr die Tatsache vom Ausscheiden einiger Tänzer ist mehr traurig. Sondern diese Erkenntnis. Das Ende der Illusion.






Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen