31. Juli 2012

Kanzashi - Impressionen




 

 

Einfach nur einige Bilder neuer Kanzashi-Haarspangen, gefertigt aus reiner Seide. Die weißen sind handbemalt mit dezenten einzigartigen Farbeffekten. Jede Blüte ist auf einer Haarklemme befestigt.

Noch nicht alle Haarspangen sind im Shop eingestellt, bei Interesse kannst Du mir auch gerne eine Nachricht oder einen Kommentar schreiben!

Herzlichst,
Klara

26. Juli 2012

Arsen und Spitzenhäubchen

Oh, ich liebe alte Filme! Irgendwie wusste man vor all den Jahren noch, echte Geschichten zu erzählen, anstatt sein Publikum nur mit Hilfe von überflüssigen Effekten aus der Retorte und Überlängen ins Kino zu locken. Überhaupt: Überlängen. Empfinde nur ich das so, oder wird seit einigen Jahren versucht, durch die Überlänge den Kinobesucher zufrieden zu stellen, weil die Geschichten es nicht mehr schaffen? Denselben Effekt beobachte ich zunehmend bei Romanen: Es scheint absolut im Trend zu sein, dicke Ziegel zu schreiben, mit denen sich bequem jemand k.o. schlagen ließe, um über die mangelnde Sprachqualität hinweg zu täuschen. Und das nicht nur im Bereich der Trivialliteratur... es ist wie mit mittelmäßigen Restaurants. Gemäß der Devise: "Naja, das Essen war eigentlich nicht so doll - aber VIEL WARS!"

Alte Filme haben Überlängen selten nötig, sieht man von Monumentalschinken á la "Gone with the wind" ab, aber solche zähle ich zumindest selten zu den wirklich guten Filmen. Meist reichen 80 - 100 Minuten völlig aus, um eine komplexe Geschichte zu erzählen, egal, ob Drama, Film Noir oder Komödie...



Eine Komödie ist natürlich auch "Arsen und Spitzenhäubchen" mit einem Cary Grant in Höchstform. Ich liebe diesen Film! 

Und ich liebe es auch, Filme im englischen Original zu sehen, weil einfach viel Wortwitz nicht übersetzt werden kann - und durch die Synchronisierung zu viel verloren geht. Mitunter fange ich zwar an, mit meinen Katzen englisch zu sprechen, wenn ich viel auf Englisch schaue, aber denen ist das völlig egal :)


~~~ Arsenic and old lace ~~~

Mortimer Brewster (Cary Grant) ist ein bekannter Theaterkritiker - und eingefleischter Junggeselle, was er die Öffentlichkeit durchaus gerne hat wissen lassen. Aber Mortimer ist eben auch nur ein Mann und der hübschen Nachbarstochter Elaine (Priscilla Lane) kann er einfach nicht widerstehen. Und so will das in aller Eile und Heimlichkeit frisch getraute Paar in ebensolcher Eile zu den Flitterwochen aufbrechen - wie sich's gehört zu den Niagarafällen. Der Taxifahrer wartet, nur noch das Gepäck will geholt sein…. wenn da nicht etwas dazwischen käme. Denn in der Bank unter dem Fenster im Haus seiner lieben alten Tanten findet Mortimer nichts Geringeres als die Leiche eines älteren Mannes…

Was tun? Die Tanten Abby (Josephine Hull) und Martha (Jean Adair) gelten in der gesamten Nachbarschaft als äußerst wohltätig, freundlich und liebenswert. Umso größer der Schock für ihren Neffen, als sie ihm seelenruhig erzählen, dass es sich bei dem Toten um Mr. Hoskins handelt, einen einsamen alten Mann, der bei den Brewster-Schwestern ein Zimmer mieten wollte --- und den die Damen aus reiner Nächstenliebe um die Ecke gebracht haben, weil er doch so alt und einsam war. Dazu eignet sich eine Mischung von Arsen, Strychnin und Zyankali bestens, die die Schwestern in einem guten Rotwein verabreichen - weil sie im Tee einen unangenehmen Geschmack gäbe. Mr. Hoskins ist bei weitem auch nicht das erste Opfer der liebenswerten Tanten. Im Keller ruhen bereits 11 weitere, natürlich mit allen Ehren beerdigt. Eine wertvolle Hilfe ist den Damen dabei Mortimers persönlichkeitsgestörter Bruder Teddy (John Alexander). Der hält sich nämlich für Theodore Roosevelt und ist der Meinung, er grabe im Keller keine Gräber, sondern den Panama-Kanal - und die alten Herren seien Opfer des Gelbfiebers, weswegen sie schleunigst unter die Erde müssen, um eine Ausbreitung der Seuche zu verhindern…



 Elaine darf natürlich nichts erfahren. Und eigentlich kann man ja auch die lieben Tanten nicht verraten. Also dem geistesgestörten Teddy alles in die Schuhe schieben? Und dass ausgerechnet Mortimers verkommener und für verschollen geglaubter Bruder Jonathan (Raymond Massey) mitten in der Nacht auftaucht und sich nach und nach als gesuchter Massenmörder entpuppt, der sich nun einbildet, er könne sich mit seinem merkwürdigen kleinen Komplizen Dr. Einstein (Peter Lorre) im Haus der Brewsters verstecken, macht die Sache nicht gerade einfacher…


 
Der Film entstand 1941 und basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Joseph Kesselring, das von dem Drehbuchautor Julius J. Epstein adaptiert wurde. Josephine Hull, Jean Adair und John Alexander spielten bereits in der Uraufführung des Theaterstücks auf dem Broadway (auch 1941) die Rollen der Tanten und des Neffen Teddy. Regie führte Frank Capra.



Im Lexikon des internationalen Films wird "Arsen und Spitzenhäubchen" (Originaltitel: "Arsenic and old Lace") als "Evergreen des schwarzen Humors, von Capra mit makabrem Witz und Phantasie angereichert, wobei er aus dem Gegensatz zwischen kleinbürgerlicher Behaglichkeit und nacktem Entsetzen köstliche Effekte erzielt" beschrieben, und im Heyne Filmlexikon heißt es: "Besticht durch pointierte Dialoge und dem Aufprall biederen Bürgertums mit blankem Horror. Ein Meisterwerk schwarzen Humors."



Einfach herrlich. Und allein die 1000 verschiedenen Gesichtsausdrücke eines unerhört gutaussehenden Cary Grant sind köstlich - nebst dem tiefschwarzen Humor... 



Ich hätte ja auch gerne gesehen, wenn dieses Stück von der Schultheater-Gruppe meiner kleinen Schwester aufgeführt worden wäre - aber die mittelmäßige Lehrerin hat einfach gar niemanden mehr gefragt und gegen den Willen der Gruppe Arthur Miller inszeniert. Gehört sich wohl nicht für ein Gymnasium, eine Komödie zu spielen, wenn sie nicht von Shakespear ist... tja. 

Viel Spaß beim Schauen!

Herzlichst,
Klara



(Teile dieses Textes habe ich vor vielen Jahren im Rahmen einer Filmrezension im Internet veröffentlicht, ich weiß nicht einmal, ob er dort noch verfügbar ist. Falls also jemandem etwas im Text bekannt vorkommt: Er ist nicht kopiert und nicht gestohlen, sondern von der Autorin selbst in neuen Kontext gesetzt, weils ein toller Film ist.)

15. Juli 2012

Kanzashi - Blüten aus Stoff

Endlich ist es geschafft! Nach monatelanger Arbeit und viel Frust und Lust ist schließlich mein umfangreiches E-Book fertig geworden.

Es steckt wirklich viel Arbeit darin, ich habe alle Projekte im Buch ausführlich photographiert und beschrieben und jede Anleitung so einfach nachvollziehbar wie möglich gestaltet. Schließlich sollen auch Anfänger und im Nähen Ungeübte in den Genuß dieser schönen Blüten kommen können!



Unzählige Photos wollten gemacht, nachbearbeitet und zusammengestellt, Texte geschrieben und Ideen gesammelt werden. Heraus gekommen ist ein E-Book mit 60 Seiten Umfang. Darin enthalten sind die Anleitungen zum Falten von 5 verschiedenen Blütenblättern, eine genaue Anleitung zum Zusammensetzen der Blumen und eine kleine Sammlung verschiedener Projekte zum Nachmachen oder Anregen lassen.

Die Projekte:

Einfache Blütenhaarspangen



Ein blumiges Haarband



Eine Brosche mit mehreren Lagen



Kanzashi-Ohrstecker aus Seide



Blumige Schuhclips



Eine Patent-Haarspange mit Blume und Blättern



Schmetterlinge



dazu noch eine einfache Anleitung für stoffbezogene Knöpfe

Bei jedem Projekt erlernst Du außerdem eine ergänzende Technik, wie Blumen aus mehreren Lagen, alternative Blütenmitten und mehr. Ergänzend findest Du zahlreiche weitere Ideen und Anregungen für eigene Kanzashi-Projekte in Text und Bild.

Und natürlich erfährst Du in einem kurzen Überblick auch manches über die traditionellen Kanzashi, wie sie in Japan von Geishas und Maiko getragen werden.

Ich bin froh und stolz, es geschafft zu haben. Und evtl. wird es auch nach und nach noch erweitert oder es gibt einen zweiten Teil :)

UPDATE!!! Am 01. August 2013 ist mein Buch "Zauberhafte Kanzashi" bei "Grin & Create" erschienen. Das sehr umfangreiche E-Book ist in den gängigen Online-Buchhandlungen, wie Amazon und Buecher.de, sowie direkt beim Verlag als E-Book erhältlich. Weitere Informationen auch hier im Blog in diesem Post!

Herzlichst,
Klara

8. Juli 2012

Couscous-Salat mit Gurke



Im Sommer habe ich sehr oft keine Lust, zu kochen. Da mag ich lieber einen erfrischenden Salat... den Couscous-Salat habe ich vor einiger Zeit auf einer kleinen Party "kennengelernt". Ein ganz tolles, ganz einfaches und sehr leckeres Rezept für einen etwas ungewöhnlicheren Salat. Es muss ja nicht immer Kopfsalat mit Vinaigrette sein...
Ich mache diesen Salat nie nach genauen Mengenangaben. Aber er ist auch ohne abgewogene Zutatenlisten ganz einfach nachzumachen!

1 Salatgurke
ca. 200-250g Couscous
viel frische Blattpetersilie
1-2 Bio-Zitronen
neutrales Öl (z.B. Rapsöl)
Salz
Pfeffer

Den Couscous nach Packungsanleitung zubereiten. Die Gurke schälen und in kleine Würfel schneiden. Die Petersilie waschen und fein hacken. Die Zitrone(n) waschen, die Schale reiben, den Saft auspressen. Couscous, Gurkenwürfel, Petersilie und geriebene Zitronenschale in einer Schüssel vermischen, Zitronensaft und 3-4 EL Öl dazugeben und gut durchmischen. Wenn der Salat noch zu "trocken" ist, mehr Zitronensaft und/oder Öl zugeben. Er soll nicht im Saft schwimmen, aber eine angenehm leicht "feuchte" Konsistenz haben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Wer mag - und sich keine Sorgen um seinen Atem macht - kann zusätzlich noch frisch gehackten Knoblauch und Frühlingszwiebeln zugeben. Auch sehr lecker: Zusätzlich zur Petersilie noch etwas frischen gehackten Koriander untermischen.

Ich liebe diesen Salat... ist auch mal was anderes für Parties oder als Beilage zum Grillen! Oder eben einfach so, solo als Mahlzeit.

Guten Appetit!
Herzlich,
Klara

5. Juli 2012

Billigfriseur und Lohndumping

Ich schaue seit Ewigkeiten mal wieder Stern TV... eigentlich nur, um den Beitrag eines Freundes zu sehen - aber das Titelthema hat mich dann doch auch interessiert. Sehr sogar. Und dieser "Exkurs" hat durchaus auch mit meinem aktuellen Thema Preisgestaltung und Preisentwicklung zu tun...



Vor gut 10 Jahren habe ich eine Ausbildung zur Friseurin gemacht, eigentlich nur, weil ich Maskenbild machen wollte, nur hat das dann nicht geklappt. Ich hatte, nach anfänglich sehr durchwachsenen Erfahrungen, das Glück, den größten Teil meiner Ausbildung bei einem sehr tollen und sehr kleinen Friseurbetrieb machen zu können: Meine Chefin, mein Chef und ich. 30 qm Ladenfläche, ein Waschbecken, drei Bedienplätze. Wunderbar familiär, entspannt, nett. Ich denke noch immer gerne an diese Zeit zurück.
Kunden kamen in der Regel nur mit Termin, die meisten waren Stammkunden, und wir nahmen uns für jeden viel Zeit. Männer in der Regel 30 Minuten, Frauen 1 Stunde für waschen, schneiden, föhnen. Dazu Getränke, Beratung, und wenn Zeit war auch gerne eine Kopfmassage - ohne Aufpreis. Natürlich hatte dieser umfassende Service auch einen Preis. Ein Männerhaarschnitt kostete im Durchschnitt 35 €, ein Damenhaarschnitt 50 €. Der Terminkalender war fast immer voll.



Es geht aber auch anders. Schon vor der Ausbildung habe ich eine Erfahrung mit einer allseits bekannten Friseurkette gemacht. Auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz habe ich bei Klier Probe gearbeitet - 2 Stunden lang. Eigentlich sollte ich den ganzen Tag bleiben. Ich war kaum im Laden, als ich angeschnauzt wurde, weil ich nicht ganz in weiß da war, sondern mir erlaubt habe, eine dunkle Hose zu tragen, was (Skandal!) nur der Filialleiterin vorbehalten ist. Die Kunden wurden in Masse abgefertigt, schon am Vormittag, als noch nicht sooo viel los war. Als ich mich im Pausenraum umgesehen hatte, war mir schon klar, dass ich hier NICHT arbeiten werde. Überall hingen Plakate, auf denen die Mitarbeiter angeben mussten, wie ihre Ziele für den kommenden Monat aussehen. Und alles, was ich las, war: Ich will mehr Umsatz machen, ich muss den Umsatz steigern. Es hingen öffentliche Listen mit vollem Namen aller Mitarbeiter und genauen Zahlen, wieviel Umsatz der- oder diejenige zuletzt gemacht hatte, aus. Hitlisten.
Arbeitsklima? Äußerst frostig. Ich hatte das Gefühl, keiner der Anwesenden ist gerade gerne hier. Um mich gekümmert hat sich eh keiner. Macht ja auch keinen Umsatz. Nach zwei Stunden habe ich zur Filialleiterin gesagt, dass ich jetzt gehen werde. Nie wieder Klier.



Mittlerweile ist es noch schlimmer. Als ich anfing, in Berlin zu studieren, fiel es mir zuerst auf: Haarschnitt 11€, 10€, irgendwann sogar 9€ und 8€. Wie bitte soll das gehen? Irgendwann habe ich mich auch mit meiner ehemaligen Chefin darüber unterhalten, und sie war schockiert. Wenn man sich für 10€ für einen Kunden auch nur eine halbe Stunde Zeit nimmt, sind noch nichtmal die eigenen Kosten wieder drin. Wie machen die das?



Irgendwann habe ich das Experiment einmal gewagt. Ich kam bei einem Friseur mit dem "Alles 9€-Konzept" vorbei, natürlich ohne Voranmeldung, und hatte genau jetzt Lust, mir die Haare schneiden zu lassen. Ich betrat den Laden - und wurde direkt zum Waschbecken gebeten. "Moment mal," fragte ich, "wollen Sie nicht erstmal wissen, wie ich überhaupt die Haare geschnitten haben möchte?" - "Achso. Na dann kommen Sie mal." Ich habe Naturlocken, und da ist es besonders wichtig, die Haare zuerst im trockenen Zustand zu beurteilen. Trotz meiner Bitte aber: Beratung gleich null, ich hatte das Gefühl, die Friseurin hört mir gar nicht zu, letztlich hat sie sowieso etwas ganz anderes gemacht, als das, was ich wollte - und ich war zwei Wochen später nochmal bei einem "richtigen" Friseur. Der Haarschnitt hat mich dann "zwar" rund 30 Euro gekostet, aber ich habe mich gut beraten gefühlt, ich habe einen Tee bekommen, ich habe mich im Salon willkommen und sehr wohl gefühlt, und die Friseurin hat sich eine Stunde Zeit für mich genommen. Und der Haarschnitt war perfekt!

In Berlin auf jeden Fall zu empfehlen: Die Lockenbude! Nette Friseurinnen, schnuckliger Laden, perfekter Service.


Billigfriseure sind aber nicht nur deshalb so billig, weil sie auf Beratung verzichten, keinerlei Service bieten (ich habe noch nichtmal ein Glas Wasser bekommen), und einem in maximal 20 Minuten einen 08/15-Haarschnitt verpassen. Dazu auch keine hochwertigen Pflege- und Stylingprodukte. Der von mir "getestete" Billigfriseur hatte No-Name-Produkte in der Extra-Großpackung - und so wars auch bei Klier.



Diese Friseurketten bieten ihre Dumpingpreise vor allem auf Kosten ihrer Mitarbeiter. Löhne, von denen keiner leben kann, so dass viele trotz 40-Stunden-Woche eine Aufstockung per Hartz-IV beantragen müssen. Überstunden werden häufig nicht bezahlt, teilweise noch nichtmal die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Am extremsten im SternTV-Beitrag war ein Fall bei Klier: Für 511€/Monat bei einer 40-Std-Woche (!!!) sollte eine Friseurgesellin arbeiten - soviel habe ich vor 10 Jahren schon im dritten Lehrjahr verdient. Die Begründung von Klier war ein 17 Jahre alter Tarifvertrag für Thüringen, der leider nie erneuert worden ist, und auf den sich die Kette daher noch heute beruft. Trotzdem werben sie in Stellenausschreibungen mit "übertariflicher Bezahlung"...
Als die Friseurin wegen des Dumpinglohnes, der einem Stundenlohn von unter 3 € entspricht, wieder gekündigt hatte, wurde ihr auch das Arbeitslosengeld gesperrt. Die Klage deswegen geht jetzt in die zweite Runde.

Besonders krass fand ich allerdings: In sehr vielen Arbeitsverträgen wird festgelegt, dass man jeden Tag einen Mindestumsatz erreichen muss. Schafft man das nicht, ist das ein Kündigungsgrund. Die Folge: Jeder arbeitet unter einem enormen Druck, den geforderten Umsatz zu schaffen, weil sonst der Job in Gefahr ist. Wer schon einmal mit Quoten- oder Umsatzvorgaben gearbeitet hat, weiß, wie übel das sein kann... und auch die Listen, die ich damals schon bei Klier bemerkt habe, sind üblich. Öffentlich wird für jeden sichtbar der Umsatz aufgelistet, den jeder Mitarbeiter/jede Mitarbeiterin gemacht hat. Man steht permanent im Wettstreit mit den Kollegen - auch das ist sicher sehr förderlich für das Betriebsklima... Ein Friseurmeister in dem TV-Beitrag erzählt: Die, die auf der Liste ganz unten standen, wurden gegangen - und waren meist im nächsten Monat schon nicht mehr da.



Für mich ist ein Friseurbesuch etwas besonderes, etwas, wo es um mich geht, darum, dass ich mich wohlfühle - währenddessen und natürlich auch hinterher. Dieser Service muss aber einen Preis haben.

Heutzutage trifft uns alle die "Billig-Billig-Mentalität" immer mehr. Niemand will mehr einen angemessenen Preis bezahlen - aber keiner macht sich Gedanken, wie diese Preise zustande kommen. Irgendjemand muss dafür bezahlen - und es sollte klar sein, dass es in aller Regel nicht die Firmen sind, die auf einen Teil ihres Gewinns verzichten.



In diesem Falle gilt: Wer als Kunde zum Billigfriseur geht - egal ob Klier, C+M, X-Cut und wie sie alle heißen - unterstützt damit die miesen Arbeitsbedingungen bei noch mieserer Bezahlung der Friseure. Der unterstützt Lohndumping und die teilweise schon illegalen Arbeitsverträge. Schlechtes Arbeitsklima. Durch die Unterbezahlung letzten Endes immer weniger Geld fürs soziale System - und Altersarmut. Und eigentlich, so ver.di, kostet der Haarschnitt dann doch wieder mehr als 10 Euro. Denn die unterbezahlte Friseurin muss zusätzlich eine Hilfe über Hartz-IV beantragen, um überhaupt über die Runden zu kommen - finanziert von der Allgemeinheit. Arm trotz Arbeit.

Ver.di strebt schon seit langem deutschlandweit eines Mindestlohn an - es wäre allerhöchste Zeit!



Und wofür? Für einen mittelmäßigen Haarschnitt ohne Wohlfühlfaktor. Denn, so haben alle befragten Friseure in dem Beitrag gesagt (und eigentlich ist es auch logisch): Wenn man für einen Kunden gerade mal 10 Minuten Zeit hat, kann der Schnitt gar nicht perfekt sein. Und zum Dumpiglohn kommt dann auch noch die Unzufriedenheit über die eigene Arbeit...

Ich muss dringend auch mal wieder zum Friseur. Aber zu einem "richtigen". Und der Haarschnitt wird eben einiges mehr als 10 € kosten...

Herzlichst,
Klara

P.S. Übrigens, so habe ich dann von anderen Azubis und auch von einer Dame bei Klier erfahren, ist es absolut üblich, dass dort die Azubis im dritten Lehrjahr voll mitarbeiten und Kunden bedienen, als wären sie bereits GesellInnen. Ist ja auch eine billige Arbeitskraft. Klier stellt das so dar: "Wenn Sie dann schon ein Jahr voll mitgearbeitet haben, ist auch die Gesellenprüfung ein Klacks für Sie." Tatsächlich sind aber die meisten gar nicht so weit, um wie ein Geselle zu arbeiten. Und bei einem guten Friseur ist es üblich, dass ein Haarschnitt, der von einem Azubi gemacht wird, günstiger oder sogar kostenlos ist, wenn man sich z.B. als Prüfungsmodell zur Verfügung stellt. Dafür weiß man dann aber auch, dass vielleicht mal was nicht ganz perfekt ist oder es länger dauert. Aber vielleicht erwartet ein Klier-Kunde ja ohnehin nicht zwingend, dass sein Pony gerade ist?

3. Juli 2012

Crochetology!

Eine meiner liebsten Seiten im Netz zum Thema Häkeln ist einfach crochetpatterncentral.com. Die Betreiberin Rachel sammelt alle möglichen kostenlosen Häkelmuster und -anleitungen, sowohl von "professionellen Anbietern" wie Garnhersteller oder Designer, die auch immer mal wieder kostenlose Goodies anbieten, bis hin zu "HobbyhäklerInnen", die einfach aus Spaß an der Materie ihre eigenen Muster erstellen und diese meist über ihre Blogs zur Verfügung stellen.



So habe ich auch Fatima Lasay und crochetology.net entdeckt. Und ich freue mich! Denn Fatima entwirft auch wunderschöne gehäkelte Schmuckstücke aus ganz zarten Spitzenmustern, wie sie mir gefallen! Ich finde, schöner gehäkelter Schmuck ist nicht einfach zu finden. Für meinen Geschmack sind die meisten Stücke zu klobig und/oder aus zu dicken Garnen gehäkelt. Für mich muss gehäkelter Schmuck leicht und filigran sein, elegant und dezent. Denn allein schon die Struktur gehäkelter Stücke ist auffällig genug.



Bei Fatima bin ich endlich mal wieder fündig geworden. Und sie gefallen mir so gut, dass ich sofort eine ihrer Anleitungen gekauft habe. Besonders angetan hat es mir die Kollektion "Transformations", filigrane Stücke mit dezent floralen Mustern, überwiegend halsnahe Colliers, aber auch passende Armbänder und Halsbänder sind zu finden. Die Anleitungen sind mit 2 US-$ nicht teuer (entspricht rund 1,60€), der Kauf funktioniert per PayPal absolut unkompliziert und schnell und sofort nach der Bezahlung bekam ich die Mail mit dem Downloadlink für das PDF - und am nächsten Tag noch eine sehr liebe Mail von Fatima.



Die Anleitung habe ich gestern gleich ausprobiert - an einem so verregneten Tag gibt es kaum eine bessere Beschäftigung, als ein gutes Hörbuch (Dostojewskis "Schuld und Sühne") zu hören und in eine Decke gehüllt zu häkeln :)
Fatimas Anleitungen sind in "US crochet terms" geschrieben, wer aber schon mit englischen Anleitungen gearbeitet hat, weiß, wie einfach das Umdenken ist. Alle Arbeitsschritte waren gut nachzuvollziehen, die Anleitung ist sehr hochwertig und mit schönen Photos bestückt - und ich habe nach etwa 1,5 Stunden ein schönes Collier fertig gehabt. Im Moment liegt es nach dem "blocking" noch zum Trocknen aus - und das dauert sicher noch 1-2 Tage - aber sobald es fertig ist, gibt es hier Photos!


Bis dahin schaut euch mal bei crochetology.net um!

Und weil es heute schon wieder nur regnet, werde ich auch heute die Haken schwingen...



Übrigens ist es auch ausdrücklich erlaubt, nach Fatimas Anleitungen hergestellte Stücke selbst zu verkaufen. Also auch interessant für KollegInnen ;)

Herzlich,
Klara

2. Juli 2012

Bette Davis...

Just a few quotes of brilliant actress Bette Davis. Enjoy!



The best time I ever had with Joan Crawford was when I pushed her down the stairs in 'Whatever Happened to Baby Jane'?


 This became a credo of mine: Attempt the impossible in order to improve your work. 



  To fulfill a dream, to be allowed to sweat over lonely labor, to be given a chance to create, is the meat and potatoes of life. The money is the gravy. As everyone else, I love to dunk my crust in it. But alone, it is not a diet designed to keep body and soul together. 



I do not regret one professional enemy I have made. Any actor who doesn't dare to make an enemy should get out of the business.



  I am doomed to an eternity of compulsive work. No set goal achieved satisfies. Success only breeds a new goal. The golden apple devoured has seeds. It is endless. 

 Why am I so good at playing bitches? I think it's because I'm not a bitch. Maybe that's why Miss Crawford always plays ladies. 


 I was never beautiful like Miss Hayworth or Miss Lamarr. I was known as the little brown wren. Who'd want to get me at the end of the picture?

 In this business, until you're known as a monster you're not a star. 


  A sure way to lose happiness, I found, is to want it at the expense of everything else 


 Without wonder and insight, acting is just a trade. With it, it becomes creation. 

  I will not retire while I've still got my legs and my make-up box. 


  I would take a bad script and a good director any day against a good script and a bad director. 

 Acting should be bigger than life. Scripts should be bigger than life. It should all be bigger than life. 


 From the moment I was six I felt sexy. And let me tell you it was hell, sheer hell, waiting to do something about it. 

  I often think that a slightly exposed shoulder emerging from a long satin nightgown packed more sex than two naked bodies in bed. 


 The weak are the most treacherous of us all. They come to the strong and drain them. They are bottomless. They are insatiable. They are always parched and always bitter. They are everyone's concern and like vampires they suck out life's blood. 


 I survived because I was tougher than anybody else. 

 Everybody has a heart. Except some people. 


  Old age is no place for sissies. 


 Good actors I've worked with all started out making faces in a mirror, and you keep making faces all your life.

I don't think of myself as a character actress - that's become a phrase which means you've had it.



 When a man gives his opinion, he's a man. When a woman gives her opinion, she's a bitch.