21. März 2011

...madly in love with crochet

Es scheint, es wird endlich Frühling... die Sonne perlt vom tiefblauen Himmel, es wird wärmer, und das Kohlenschleppen hat (voraussichtlich) ein Ende. (Ja, wir heizen unsere 2RaumWohnung noch mit Kachelöfen, und das sehr gerne!)

Pünktlich zum Sonnenschein hat mich das Häkelvirus wieder befallen. Garnrollen stapeln sich, Häkelnadeln in vielerlei Größen... meine liebste ist derzeit allerdings winzig, die dicken Wollnadeln haben vorerst ausgedient, an die denke ich erst wieder, wenn es darum geht, kuschelige Herbst- und Wintersachen zu fertigen. Also in einigen Monaten.


Brautcollier ganz irisch

Mit feinstem Garn lassen sich wundervolle Schmuckstücke zaubern, veredelt durch eingehäkelte Perlen. Und frühlingsgemäß am liebsten mit Blüten... Ausgelöst wurde meine aktuelle Garn-Lust durch ein reinweißes Collier, ganz nach irischer Art, mit Blättern und Blüten und einer prachtvollen irischen Rose, angedacht als zarter und ungewöhnlicher Brautschmuck. Aber auch früher schon habe ich immer wieder die winzigsten Häkchen ausgepackt und - zwar bisweilen mit schmerzenden Fingern - filigrane Kleinode aus Garn erschaffen.


Bis es soweit kam, musste ich aber zuerst wieder Häkeln lernen. In der Grundschule musste ich zwar schon einmal mit Wolle und Haken hantieren, allerdings eher mäßig begeistert. Mir musste es erst gesundheitlich miserabel gehen, bis ich viele Jahre später meine Liebe zu Gehäkeltem entfachen konnte.


"Schuld" daran war ein Buch: "Maschenware" von Debbie Stoller, "The Happy Hooker", wie es im Originaltitel heißt. Und eine Rezension, die ich darüber gelesen habe. Spontan hatte ich mir die "Maschenware" bei amazon bestellt, und als ich es zwei Tage später in Händen hielt, war ich einfach nur entzückt. Wirklich. Debbie Stoller, v.a. in den USA bekannt durch "ihre" losgetretene Bewegung zur neuen Lust am Stricken "Stitch'n'Bitch", hat mit "Happy Hooker" ein grandioses Buch veröffentlicht. Und ohne meine sauertöpfische und zutiefst frustrierte Handarbeitslehrerin habe ich zum zweiten Mal Häkeln gelernt. Aber nicht Topflappen aus festen Maschen in hundertfacher Ausführung, oh nein!

Mit Debbie entstanden Blüten und Blümchen, danach Halbhandschuhe, die mir zuerst heftiges Kopfzerbrechen bereiteten - weil die Wolle, die ich benutzt hatte, zuerst viel zu dick war und die ich nach glücklichem Gelingen dann so innig liebte und liebe, dass ich mir für den nächsten Winter ein neues Paar häkeln muss, weil sie schon ziemlich verschlissen sind. Dann zwei flauschige kleine Capes, und beim zweiten wagte ich mich schon an eigene Musterversuche. Und sogar ein knielanger Rock, den ich fast so sehr liebe, wie meine Handschuhe.


Nach und nach kommt immer mehr dazu, und auch, wenn ich mich heute definitiv als fortgeschritten bezeichnen kann, werfe ich immer wieder einen Blick in dieses Buch. Oder arbeite auch mal wieder etwas daraus nach. Denn die Sachen sind (fast) allesamt so schön, dass ich sie einfach machen MUSS. Wirklich. Da ist nichts mit steifen Häkeldeckchen (die zwar sehr schön, aber doch irgendwie verstaubt sind), Klorollenhütchen und Hippiepullis. Sondern wundervolle Sachen zum Verschenken und selbst behalten.


Und vor allem sehr hilfreiche Anleitungen für Grundtechniken und besondere Stichmuster. Debbie hat mich gerettet, als ich den "Puff Stitch" oder Büschelstich einfach nicht hinbekommen wollte. Sie gab mir Nachhilfe im Tunesisch Häkeln. Und sie hat mir sogar erklärt, warum das englische Wort "Hooker" ein und dasselbe für eine Häklerin und eine Prostituierte ist. Aber davon erzähle ich ein anderes Mal...

Also: Grab your hooks, ladies!

Herzlichst,
Klara

Rosenbrosche mit Perlen

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