26. März 2011

Blümchen fürs Haar! DIY

Anleitung für kleine Blütenhaarspangen / Hairclips with crochet flowers - DIY (scroll down for english instructions)



Der Frühling ist endlich da, die Sonne lacht und ich denke an Blumen... passend zum sonnigen Wetter fertige ich zur Zeit einige Schmuckstücke, gehäkelt aus sehr feinem Garn, anmutige Blumen, bestickt mit Perlen, die sich zu Colliers reihen... aber ich finde, Blumen gehören auch ins Haar. Und nach einigen Tagen mit winzigen Häkelhaken schmerzen mir doch die Finger ein wenig. Also habe ich heute dickeres Baumwollgarn herausgesucht und einige Haarspangen gemacht. Und das Ergebnis finde ich so hübsch, dass ich gerne weitergebe, wie Du selbst ganz einfach und vor allem schnell (auch für ungeübte Häklerinnen!) so nette Haarspangen herstellen kannst. Die Anleitung gibt es von mir auf deutsch und englisch.

Ich habe Baumwollgarn, gasiert und mercerisiert, verwendet, "Catania" von Schachenmayer und "Sonja" von Fabiani, letzteres gibt es in leuchtenden Farben recht günstig bei Kaufhof. Ich habe eine Häkelnadel Stärke 2 verwendet, damit die Blüten schön fest werden, empfohlen wird 2,5 - 3,5. Versuch, was Dir am besten liegt und gefällt.

Abkürzungen:
LM - Luftmasche                                           Stb- Stäbchen
FM - feste Masche                                        DStb - Doppelstäbchen
hStb - halbes Stäbchen                                  Kettm - Kettmasche


Die Blüte:

Beginne mit einem "Magic Ring" bzw. "Magic Circle":
Halte das Garn wie zum Häkeln, ziehe es aber vom Zeigefinger, über den das Garn läuft zum Daumen derselben Hand, wickle das Garn von oben einmal um Deinen Daumen und halte das Ende des Garns fest. Auf Deinem Daumen liegen jetzt zwei Schlaufen nebeneinander, richtig!? Jetzt mit der Häkelnadel unter die erste Schlaufe stechen, den Faden, der vom Zeigefinger her kommt, greifen und durchziehen und anschließend eine Luftmasche machen. Jetzt kannst du den Ring vorsichtig vom Daumen ziehen. Du hast jetzt einen Fadenring, bei dem oben links von der Häkelnadel zwei Fäden liegen (einer davon das Fadenende, das nicht zu kurz sein sollte). In diesen Ring häkelst du jetzt ein.

Wenn Dir das zu kompliziert vorkommt (ist es aber nicht!), schau bei YouTube, es gibt mehrere Videoanleitungen zum "Magic ring" oder "Magic circle", der gerne auch bei Amigurumi Anwendung findet, es gibt verschiedene Möglichkeiten für den "magic ring". Alternativ kannst du auch so beginnen: 4 Luftmaschen, mit Kettmasche zum Kreis schließen und in diesen Kreis einhäkeln.




Also:
Auf diesem Bild ist das erste Blütenblatt etwas anders
gearbeitet, lass dich davon nicht verwirren :)
Runde 1:
In den Ring häkeln. (1 FM, 7 LM) 5 Mal, abschließen mit 1 Kettm in die erste FM der Runde. Du hast jetzt 5 Schlaufen aus je 7 Luftmaschen im Ring.

Runde 2:
In die 7-LM-Schlaufen einhäkeln. (1 FM, 1 hStb, 2 Stb, 3 DStb, 2 Stb, 1 hStb, 1 FM). In jeder der 5 Schlaufen wiederholen. Schließen mit Kettm in erste FM der Runde. Faden verwahren.

Jetzt den "Magic Ring" am heraushängenden Fadenende fest (!) zuziehen, so dass er sich nicht mehr löst. Fertig ist eine Blüte mit 5 Blütenblättern, zupfe und ziehe die Blütenblätter zurecht. (Wenn Du den Magic Ring fest genug zugezogen hast, sollte sich nichts mehr lockern, egal wie sehr du an den Blütenblättern ziehst, ansonsten fester ziehen...)


Blätter (fertige zwei für jede Blüte):

14 LM, wenden, erste LM überspringen, nur in den hinteren Arm jeder LM einhäkeln: 1 FM in zweite LM nach der Nadel, dann 1 hStb, 1 Stb, DStb in nächste 5 LM, 1 Stb, 1 hStb,  FM in nächste 2 LM. Häkle dann 3 bis 4 FM in die erste Luftmasche der Grundkette ein, dann häkelst du an der anderen Seite der Grundkette wieder hinauf (nicht wenden!) und stichst in den noch freien Arm der Luftmaschen ein:  FM in nächste 2 LM, 1 hStb, 1 Stb, DStb in nächste 5 LM, 1 Stb, 1 hStb, 1 FM, ende dann mit einer Kettmasche in die Wendeluftmasche (in die Spitze deines Blattes), Faden verwahren.

Vor dem Zusammennähen

Fertigstellen:

Vernähe die Fäden an der Blüte. Wenn du magst, nähe im Herzen der Blüte eine große Perle auf, ich habe Glaswachsperlen mit 6mm Durchmesser und indische Glasperlen verwendet. Wie es Dir gefällt!

Vernähe die Fäden an den Blattspitzen, aber nicht die Fäden unten an den Blättern, mit diesen nähst du jetzt je zwei Blätter unten an eine Blüte. Jetzt kannst Du die Blüten mit den angenähten Blättern noch auf einen Haarclip Deiner Wahl nähen, ich verwende am liebsten Klick-Klacks. Die Blüten habe ich mit transparentem Perlonfaden aufgenäht, das ist sehr haltbar, fast unsichtbar und finde ich besser und sauberer als kleben. 

Fertig! Genieße Deine Blütenhaarspange!

Sollte an der Anleitung irgendetwas unklar sein, zögere nicht, mich zu kontaktieren, ich helfe Dir gerne weiter, wenn ich kann.

Herzlichst,
Klara




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Instructions for flower hairclip:

I used cotton yarn, "Catania" by Schachenmayer and "Sonja" by Fabiani, Hook 2 mm;  feel free to use any colour or yarn you like and to experiment with different kinds of yarn (I think, mohair would be nice, too...), size of the flower depends on your chosen yarn.
I used a 2mm - crochet hook.

Flower:
Start with a "magic ring" OR ch 4, close with slip stitch to form a ring.

Round 1:
Crochet into ring: (1 sc, ch 7) 5 times. You now have a total of 5 ch-7-loops in your ring. Close with sl st in first sc.

Round 2: (1 sc, 1hdc, 2 dc, 3 tr, 2 dc, 1 hdc, 1 sc) in each of your 7-ch-loops, close with sl st into first sc of round. Fasten off.

Now pull your magic ring closed and form the petals if necessary by pulling them a bit. Weave in ends. That's it. You now have your flower.
If you like, sew a large bead in the center of your flower.

Leafs (make 2):

ch 14, work in back loop of each chain only: 1 sc in 2nd chain from hook, 1 hdc, 1 dc, tr in each of next 5 ch, 1 dc, 1 hdc, sc in each of next 2 ch, 3 to 4 sc in last chain, do not turn and work on the other side of your beginning chain in the remaining front loop of each chain: sc in each of next 2 ch, 1 hdc, 1 dc, tr in each of next 5 ch, 1 dc, 1 hdc, 1 sc, sl st in top of leaf, fasten off.

Weave in end at top of leave, but leave the other one on the bottom of leaf. With this yarn end, you can now sew your leafs on the back side of your flower. Now sew or glue your crochet flower on a hairclip of your choice. I prefer Click-Clacks, as you see on the pictures. I use nymo thread, as it is strong and nearly invisible, and I like it better than glue... so, that's it!

Enjoy your new hair clip! And/or make some for your loved ones...

If you have any questions, feel free to ask me!


Love,
Klara


You can use this to make items for you and your loved ones. You can use this to make items for resale at craft shows, etsy and the like, but please give me credit if you do so to say thank you and link back to my blog.  You may not sell this pattern or claim it as yours. These instructions may not be used for mass production!

21. März 2011

...madly in love with crochet

Es scheint, es wird endlich Frühling... die Sonne perlt vom tiefblauen Himmel, es wird wärmer, und das Kohlenschleppen hat (voraussichtlich) ein Ende. (Ja, wir heizen unsere 2RaumWohnung noch mit Kachelöfen, und das sehr gerne!)

Pünktlich zum Sonnenschein hat mich das Häkelvirus wieder befallen. Garnrollen stapeln sich, Häkelnadeln in vielerlei Größen... meine liebste ist derzeit allerdings winzig, die dicken Wollnadeln haben vorerst ausgedient, an die denke ich erst wieder, wenn es darum geht, kuschelige Herbst- und Wintersachen zu fertigen. Also in einigen Monaten.


Brautcollier ganz irisch

Mit feinstem Garn lassen sich wundervolle Schmuckstücke zaubern, veredelt durch eingehäkelte Perlen. Und frühlingsgemäß am liebsten mit Blüten... Ausgelöst wurde meine aktuelle Garn-Lust durch ein reinweißes Collier, ganz nach irischer Art, mit Blättern und Blüten und einer prachtvollen irischen Rose, angedacht als zarter und ungewöhnlicher Brautschmuck. Aber auch früher schon habe ich immer wieder die winzigsten Häkchen ausgepackt und - zwar bisweilen mit schmerzenden Fingern - filigrane Kleinode aus Garn erschaffen.


Bis es soweit kam, musste ich aber zuerst wieder Häkeln lernen. In der Grundschule musste ich zwar schon einmal mit Wolle und Haken hantieren, allerdings eher mäßig begeistert. Mir musste es erst gesundheitlich miserabel gehen, bis ich viele Jahre später meine Liebe zu Gehäkeltem entfachen konnte.


"Schuld" daran war ein Buch: "Maschenware" von Debbie Stoller, "The Happy Hooker", wie es im Originaltitel heißt. Und eine Rezension, die ich darüber gelesen habe. Spontan hatte ich mir die "Maschenware" bei amazon bestellt, und als ich es zwei Tage später in Händen hielt, war ich einfach nur entzückt. Wirklich. Debbie Stoller, v.a. in den USA bekannt durch "ihre" losgetretene Bewegung zur neuen Lust am Stricken "Stitch'n'Bitch", hat mit "Happy Hooker" ein grandioses Buch veröffentlicht. Und ohne meine sauertöpfische und zutiefst frustrierte Handarbeitslehrerin habe ich zum zweiten Mal Häkeln gelernt. Aber nicht Topflappen aus festen Maschen in hundertfacher Ausführung, oh nein!

Mit Debbie entstanden Blüten und Blümchen, danach Halbhandschuhe, die mir zuerst heftiges Kopfzerbrechen bereiteten - weil die Wolle, die ich benutzt hatte, zuerst viel zu dick war und die ich nach glücklichem Gelingen dann so innig liebte und liebe, dass ich mir für den nächsten Winter ein neues Paar häkeln muss, weil sie schon ziemlich verschlissen sind. Dann zwei flauschige kleine Capes, und beim zweiten wagte ich mich schon an eigene Musterversuche. Und sogar ein knielanger Rock, den ich fast so sehr liebe, wie meine Handschuhe.


Nach und nach kommt immer mehr dazu, und auch, wenn ich mich heute definitiv als fortgeschritten bezeichnen kann, werfe ich immer wieder einen Blick in dieses Buch. Oder arbeite auch mal wieder etwas daraus nach. Denn die Sachen sind (fast) allesamt so schön, dass ich sie einfach machen MUSS. Wirklich. Da ist nichts mit steifen Häkeldeckchen (die zwar sehr schön, aber doch irgendwie verstaubt sind), Klorollenhütchen und Hippiepullis. Sondern wundervolle Sachen zum Verschenken und selbst behalten.


Und vor allem sehr hilfreiche Anleitungen für Grundtechniken und besondere Stichmuster. Debbie hat mich gerettet, als ich den "Puff Stitch" oder Büschelstich einfach nicht hinbekommen wollte. Sie gab mir Nachhilfe im Tunesisch Häkeln. Und sie hat mir sogar erklärt, warum das englische Wort "Hooker" ein und dasselbe für eine Häklerin und eine Prostituierte ist. Aber davon erzähle ich ein anderes Mal...

Also: Grab your hooks, ladies!

Herzlichst,
Klara

Rosenbrosche mit Perlen

6. März 2011

Perlen, Perlen, Perlen...

Mit einem gehäkelten Halsband fing alles an. Rotes Baumwollgarn, cremeweiße winzige Wachsperlen. Ein schlichtes Design mit weicher Muschelkante am unteren Rand. Und mit eingehäkelten Perlen. Das Ergebnis hat mir so gefallen, dass ich mir ein kleines Paket Rocailles zugelegt habe. Und seitdem lassen mich die kleinen Perlen nicht mehr los...

Es folgten Halsbänder, gewebt auf dem Perlenwebrahmen und mit kleinen "Fransen" aus Rocailles versehen, inspiriert von einem Halsband, das ich vor vielen Jahren mal an Siouxsie Sioux (wer erinnert sich noch an Siouxsie & the Banshees?) gesehen habe. Damals erging es mir schon so: Wenn ich etwas gesehen habe, auf einem Photo, im Schaufenster oder auf der Strasse an einer Passantin, habe ich mir nicht die Frage gestellt: Wo kann ich das kaufen? Sondern: Wie kann ich so etwas selbst machen?

Schmuck aus Perlen hat mich schon immer fasziniert. Als Teenager habe ich schon auf einem Perlenwebrahmen bunte Armbändchen aus Rocailles gewebt, bunt wie Hippieschmuck und heute so gar nicht mehr mein Geschmack. Aber Schmuck aus Perlen muss eben nicht aussehen wie Hippieschmuck.

Insbesondere in den USA ist "Beading" weit verbreitet. Denn Schmuck muss nicht immer aus Gold und Edelsteinen sein. Was mich an "beaded jewelry" so fasziniert, ist die Farbigkeit. Es bieten sich unzählige und unzählbare Farbkombinationen! Mit Schmuck aus Perlen kann Dein Schmuckkästchen aussehen, wie die Schatzkiste in einem alten Piratenfilm: Glitzernd, farbig, edel. Lass Deine Augen leuchten!

In Ermangelung an guten deutschsprachigen Büchern und Magazinen zum Thema habe ich mir die Techniken zur Schmuckherstellung aus Perlen aus englischen, spanischen und sogar japanischen und russischen Büchern selbst beigebracht. Und Begriffe wie "right angle weave", "Peyote" oder "brick stitch" gehören mittlerweile zu meinem Alltagsvokabular, ebenso wie "single crochet", "slip stitch" oder "quadruple crochet".

Besonders angetan haben es mir zarte Halsbänder und Colliers aus kunstvoll ineinander verwebten Perlen, die wie filigrane Spitze aussehen. Und so viel edler und vor allem einzigartiger sind, als "herkömmlicher" Schmuck aus Edelmetallen. Viele Stunden Arbeit stecken in so einem Collier, aber ich genieße jede Perle, die ich mit der haarfeinen Nadel aufnehme. "Beading" entschleunigt. Konzentriert nimmst Du Perle um Perle auf, zählst jede einzelne mit, verwebst sie miteinander - und mir fällt kein Wort für die Art von Freude ein, die ich habe, wenn sich aus einem Haufen winziger Perlchen ein Motiv entwickelt, ein Collier, dass sich weicher und geschmeidiger als Seide um Deinen Hals legen läßt, leicht, und doch mit spürbarem Gewicht, resultierend aus der schieren Menge kleinster Glasperlen.
Akzente kommen dazu, durch größere facettierte Glasperlen, Wachsperlen mit ihrem edlen Schimmer oder auch einem großen Cabochon, der in einer Fassung aus Rocailles ruht...
Das Ergebnis: Einzigartiger Schmuck, dem man die liebevolle Arbeit bis in die letzte Perle ansieht. Den nur DU trägst, denn kein Stück ist wie das andere. Sei eine der ersten, die hierzulande solch besondere Schmuckstücke trägt!

Herzlichst,
Klara